The Ghost of Tom Joad

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The Ghost of Tom Joad

The Ghost of Tom Joad

De Plattdüütsche Schrieverkring. Höör maal, dor is wat! Riemels un Vertellens von Land un Lüüd twüschen Elv un Weser

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3 thoughts on “The Ghost of Tom Joad

  1. 20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Das unterschätztes Meisterwerk, 23. September 2002
    Von 

    Rezension bezieht sich auf: The Ghost of Tom Joad (Audio CD)

    Das vielfach unterschätzte 13. Album „The Ghosts of Tom Joad“ zeigt den Boss meist ohne Begleitband, nur Stimme mit Gitarre und Mundharmonika, ein Liedermacher-Album in klassischen Sinne, das wie sein geistiger Vorgänger „Nebraska“ die Ambivalenz Springsteens gegenüber seinem Heimatland aufzeigt. Dabei hat Springsteen die Charaktere nicht einfach von Steinbeck, aus Filmen oder Zeitungsartikeln gestohlen, sondern er verwandelt sie in moderne Menschen und macht sie so zu einem Teil seiner Beobachtungen des zeitgenössischen Amerikas.

    Themen der nicht selten depremierenden Lieder sind die Armut und die Verzweiflung. Mal geht es um den einsamen Grenzpolizisten, der sich in eine Mexikanerin verliebt, die verzweifelt versucht, auf illegalem Weg in die USA zu gelangen („The Line“), mal um einen Arbeitslosen, der sein Heim in Pennsylvania verlässt, um wie die Hobos der Großen Depression auf Güterzügen durch das Land zu reisen („The New Timer“), andere handeln von Vietnamveteranen, die daran scheitern, in der Gesellschaft Fuss zu fassen. Das titelgebende Stück wurde benannt nach einem Darsteller aus John Steinbecks „Früchte des Zorns“. Hier singt Springsteen: „The highway is alive tonight / But nobody’s kiddin‘ nobody about where it goes“. Der Highway nicht länger als Metapher für Hoffnung, wie noch in „Born to Run“, sondern als Synonym der Hoffnungslosigkeit, der Heimat für die Verlierer der Gesellschaft.

    Wenn ich beim Hören von „Tom Joad“ die Augen schließe, dann sehe ich einsame Seen und Rinderherden vor grellen Sonnenuntergängen, dann rieche ich Maisfelder und fühle den von endlosen Autofahrten lahmen Rücken, das raue Leder des Ami-Schlittens, der auf schnurgeraden Highways quer durch den Mittleren Westen Amerikas röhrt. Es ist ein Meisterwerk der Stimmung!

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  2. 12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Springsteen goes Steinbeck, 31. Juli 2006
    Rezension bezieht sich auf: The Ghost of Tom Joad (Audio CD)

    Der Titel des Albums kündigt es bereits an: Springsteen hat sich mit „The Ghost of Tom Joad“ auf die Spuren von Steinbecks Roman „Grapes of Wrath“ („Früchte des Zorns“) begeben. 12 Songs über die Verlierer des American Dream, über illegale Einwanderer, Obdachlose, Enttäuschte. Musikalisch knüpft Springsteen an „Nebraska“ an: Balladen ganz in der Tradition der amerikanischen Songwriter, dominiert von Akustikgitarre und Mundharmonika, insgesamt sparsam instrumentiert. Umso mehr wirkt Springsteens Gesang: eindringlich, melancholisch, aber mit verhaltenem Zorn, poetisch auch. Ein Volltreffer mitten ins Herz! Das ganze Album vermittelt eine ganz eigene Atmosphäre, man sieht förmlich die endlosen Wüsten des amerikanischen Südwesten vor sich, in der die Menschen verloren wirken — Weiten ohne Monument-Valley-Romantik und ohne Trost. Der Geist von Tom Joad ist immer noch lebendig.

    Bruce Springsteen gelingt auf dieser CD (seiner besten, zusammen mit „Nebraska“) etwas, was nicht einmal Bob Dylan in solch eindringlicher Weise gelang: Er erzählt Geschichten, wie sie auch Steinbeck hätte erzählen können, und man würde diese Geschichten auch dann verstehen, wenn man kein Wort Englisch könnte. Es ist diese unglaubliche Intensität seiner Interpretation.

    Fans des Rockmusikers Springsteen könnten vielleicht enttäuscht sein von dieser anderen Seite des „Boss“ — aber wenn’s nach mir ginge, hätte er mehr Alben dieser Art gemacht.

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  3. 1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Springsteen liest ein Buch und schreibt ein Album, 29. Februar 2012
    Rezension bezieht sich auf: The Ghost of Tom Joad (Audio CD)

    Springsteen hat natürlich nicht einfach den John Steinbeck Roman „Früchte des Zorns“ vertont, in dem die Figur Tom Joad und dessen Familie zentral vorkommt, aber man würde, wenn man den Roman kennt, Springsteens Ende 1995 veröffentlichtes Album auch ohne die Erwähnung des Namens Tom Joad in die Nähe des Steinbeck Romans rücken.
    In Steinbecks Buch, wie auf Springsteens Platte, stehen die Menschen im Schatten, die Verlierer des viel beschworenen Amarican way of life im Mittelpunkt.

    Sicherlich, auch bei anderen Springsteen Produktionen wird nicht das Leben der Reichen und Schönen besungen, keines seiner Alben eignet sich als Yuppie-Lifestyle-Soundtrack, aber auf „The ghost of Tom Joad“ liefern Schatten und Scheitern ausschließlich den Stoff für die Geschichten, die die Lieder erzählen.
    So wurde das Album in seiner Stille und Intensität eine würdige Fortsetzung des eher zufällig entstandenen Klassikers „Nebraska“ aus 1982.

    Darin liegt klanglich auch der große Unterschied. „Nebraska“, an einem Tag allein zuhaus im Schlafzimmer eingespielt, um für die Vorbereitungen des nächsten Band-Albums Demos für die anderen Musiker anzufertigen (und dann für zu gut befunden und nahezu unverändert als Album genauso veröffentlicht), ist so großartig, weil es unperfekt ist.
    „The ghost of…“ entstand gewollt und vorbereitet. Ähnlich in der Grundstimmung, ist es bei aller Stille doch durcharrangiert und mit vielen kleinen Nuancen verfeinert. Das macht es allerdings weder besser noch schlechter als das ’82er Album, nur anders.
    Weit nach hinten legte E-Street-Band Pianist Danny Federici bei den meisten der zwölf Songs eine weiche Keyboard-Fläche, die man weniger hört als fühlt und unterstützt so Springsteens meist gebrochenen Gesang und die wie beiläufig gespielte akustische Gitarre. Die Songs erzeugen eine fesselnde Atmosphäre in der man gelegentlich erwägt selbst das Atmen zu unterlassen, um ja nicht zu stören.

    Die Songs funktionieren fast ausschließlich nur im Kontext des gesamten Albums. Ein Lied einzeln herauszunehmen ist daher wenig ratsam. Lediglich „Youngstown“, der einzige Song des Albums mit etwas Dynamik, wurde bei der 2000er Tour zu einem amtlichen Rocksong aufgeblasen. Nach zu hören auf „Live in New York City“.

    Ein Meisterwerk in Springsteens Schaffen und insgesamt zu wenig beachtet und gewürdigt – nachholen!

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